CSC-Stellungnahme zur geplanten Nachregulierung des Medizinal-Cannabisgesetzes
Stand: 14. Januar 2026
Der Cannabis Social Club Berlin e.V. (CSC) kritisiert die aktuell diskutierten Änderungen am Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG) als nicht evidenzbasiert und systematisch inkonsistent. Nach Auffassung des CSC fehlt dem Gesetzgeber für eine Nachregulierung im medizinischen Bereich die notwendige wissenschaftliche Bewertungsgrundlage.
Während das Konsumcannabisgesetz (KCanG) ausdrücklich einer gesetzlich verankerten wissenschaftlichen Evaluation unterliegt, existiert für das Medizinal-Cannabisgesetz keine vergleichbare Evaluationspflicht. Weder Zielindikatoren noch Schwellenwerte oder Berichtspflichten sind im MedCanG vorgesehen. Trotzdem sollen nun Zugangswege eingeschränkt werden – ohne belastbaren Nachweis einer gesellschaftlichen, gesundheitlichen oder jugendschutzrelevanten Fehlentwicklung.
Der CSC weist darauf hin, dass steigende Importmengen von Medizinalcannabis keine Fehlentwicklung, sondern eine erwartbare Normalisierung darstellen. Bereits vor dem 1. April 2024 nutzten viele Menschen Cannabis zur Linderung gesundheitlicher Beschwerden. Dass diese Bedarfe nun über legale, kontrollierte Wege sichtbar werden, ist die logische Folge einer überfälligen rechtlichen Öffnung – kein Beleg für Missbrauch oder Fehlentwicklung.
Legale Zugangswege, auch im Rahmen telemedizinischer Versorgung, sind aus Sicht des CSC kein Risikoindikator, sondern Ausdruck verantwortungsvollen Handelns. Menschen entscheiden sich bewusst gegen den Schwarzmarkt, für Qualität, Transparenz und ärztliche Begleitung. Eine pauschale Einschränkung dieser Wege würde legale Strukturen schwächen und unkontrollierte Märkte begünstigen.
Statt einer Verschärfung des Medizinal-Cannabisrechts fordert der CSC eine kohärente Weiterentwicklung der Cannabisgesetzgebung. Wenn im medizinischen Bereich nachjustiert werden soll, müsse dies zwingend mit einer Öffnung auf der Seite des Konsumcannabisrechts einhergehen – etwa durch den Ausbau und die Öffnung von Anbauvereinigungen und die Stärkung inländischer, kontrollierter Strukturen.
Der CSC appelliert an den Gesetzgeber, vor weiteren Eingriffen eine gesetzlich verankerte wissenschaftliche Evaluation des MedCanG einzuführen und politische Entscheidungen wieder konsequent evidenzbasiert statt moralisch motiviert zu treffen.
Unsere ausführliche Stellungnahme findet ihr hier: Stellungnahme des CSC Berlin – Cannabis Social Club Berlin e.V.
Hier geht´s zur Anhörung: Deutscher Bundestag – Anhörung „Medizinal-Cannabis“



